Eine Woche mit den DVB

Ein nicht ganz ernst gemeinter Rückblick auf die Woche mit den DVB aus der Sicht eines arbeitenden Studenten...

Montag: Immer dasselbe Spiel. Alte Tatra-Bahn, anfangs leerer Bus, dumme Studenten, die sich nicht von den Stufen der dritten Bustür jagen lassen, der Alltag hat mich wieder. Juchu!
Dienstag: Früh habe ich zum ersten Mal das Vergnügen, mit diesen ultraneuen "Stadtbahnen" fahren zu dürfen. Es ist locker gefüllt, mit etwas eingeschränkter Bewegungsfreiheit findet der alte Herr sogar noch einen Sitzplatz und ist traurig, an der Gret-Palucca-Straße schon aussteigen zu müssen. Es folgt die Warterei auf den Viehtransport an die Uni. Nach 6 Minuten kommt die Kiste endlich. Entgegen sonstiger Erfahrungen ist der Bus schon relativ voll, sodass man sich schon fast mit dem Fahrer unterhalten konnte und sein Deo roch...
Nachmittags ist es genau umgekehrt. Der Bus ist relativ leer, dafür lässt die 10 ewig auf sich warten. Und dann schon wieder dieses komische 260.-Ding. Den Fahrer kenne ich doch irgendwo her. Ja, er kennt mich auch, mein Wunsch nach einem Schnellpraktikum für den Verkehrsingenieur wird allerdings grundlos abgelehnt. Also verbannt er mich in den hoffnungslos überfüllten Fahrgastraum, wo ich fast die anderen Leute zerquetsche. Hier wünscht man sich die Tatra-Bahnen zurück. Doch der Fahrer findet offensichtlich Spaß daran, seinen Freund zu ärgern, und fährt mit einem Zahn durch die Kante, dass die Leute quietschen. Na denn...

Mittwoch: Früh beehrt mich die geliebt-gehasste Tatra-Bahn wieder, und ich habe das Glück in einen der 6 Busse am Tag zu steigen, die "Gittersee" als Fahrtziel anzeigen. Und sitzen darf ich auch wieder. Welch ein Luxus. Überhaupt, dieser Morgen macht keine Sorgen.
Aber nachmittag stimmt mich nachdenklich. Irgendwie funktioniert die Anzeigetafel nicht. Bahnen werden als 5 Minuten entfernt angezeigt, da rollen sie zum Schock aller schon ein. Und umgekehrt. Wenigstens ist der Fahrer der 10 diesmal vorbildlich. Lässt sogar einen Sitzplatz für den erschöpften Studenten reservieren, auf dem sonst bloß die Krückstockmafia Platz nehmen darf. Ich liebe diese Sonderbehandlung. Und meine Tatra-Bahnen.
Nach einer Erholungsphase beschließe ich, auch mal wieder arbeiten zu gehen. Mein Weg mit dem Auto führt mich immer zur Kreuzung Lohrmann-/Reicker Str. Da steht ca. 16.40 so ne komische 13 mit Sanitär Heinze - Werbung in der Haltestelle. Aus Langeweile (der Verkehr ist zu unaufregend) schaue ich mir den Kutscher an. Mein Freund vom Dienstag! Aus Freude drücke ich spontan mein Lenkrad, ein netter Ton kommt zum Dank heraus. Doch von der anderen Seite kommt nur Ignoranz. Langsam fange ich an, diesen Menschen zu hassen. NAch der Aktion mit der 10 nun das. Hat zwar eine sehr jugendliche Sonnenbrille auf, aber sonst...

Donnerstag: Mein Freund NGT6DD begrüßt mich frühmorgens wieder. Und lädt zum Sitzen ein. Die E76 wartet auch schon, hat auch schon gut vorgeheizt, als wäre es der Sauna-Bus zum frühen Morgen. Viel zu früh erblicke ich das Hörsaalzentrum.
Nachmittags spielen sich an der G-P-S unglaubliche Szenen ab. Drei 76er in 5 Minuten, davon zwei, die lieber in Gruna einrücken wollen anstatt weiterzufahren. Die 10 will nur noch alle 15 Minuten fahren, und die DVB beschließt, mich diese auch warten zu lassen, Verspätung exklusive.

Freitag: Yeah, endlich darf ich erst 13.00 zur Uni, also beschließt der Frühaufsteher, den Morgen doch mit Arbeit zu verbringen. Da das aus undefinierbaren Gründen nicht verfügbar, beehre ich wieder die DVB. Oder umgekehrt. Jedenfalls wieder zur G-P-S gefahren, nur dann mal in die andere Richtung den Bus genommen. Die angenehmen leeren Fahrzeuge laden zu kleinen Minutenschläfchen ein, jedoch weckt mich an der Marie-Wittich-Str. wildes Geblinke. Man sieht einen leeren Bus in der Haltestelle, zwei Polizieiautos drumrum und einen verängstigten Fahrer. Aber keinerlei Unfallspuren am Fahrzeug. NanuNana…
Mittags lerne ich es kennen, wie die DVB Anschlüsse definiert. An der C-D-F müssen dem geneigten Fahrgast zwei rote Ampeln und ein beherzter Sprint egal sein, um den Übergang 72->61 zu meistern. Dafür ist diese 61 angenehm… LEER. Das war ja noch nie da.
Nachmittag beschließe ich spontan, meiner üblichen Route 72/76->10 den Rücken zu kehren und mal mit der 61 (geblendet vom Erfolg mittags) mich zum Pohlandplatz chauffieren zu lassen. Ein Fehler, wie schnell herausstellt. Auf einmal befinde ich mich in polnischen Fahrzeugen, und das Gefühl, zerquetscht zu werden, hatte ich doch erst neulich in der 10. Und das Fiepen der vierten Tür habe ich heute noch im Ohr. Mit 8 Minuten Verspätung erreiche also den Pohlandplatz. Dort lächelt mich eine 260.. Richtung Striesen an, mit der ich wohl gefahren wäre, hätte ich meine übliche Route gewählt.
Nach sieben Minuten erbarmt sich deine Tatra-4-Bahn, den erschöpften Studenten nach Hause zu fahren. Mit einem Affenzahn, der seinesgleichen sucht. Ich kämpfe mich durch einen Sand-Staub-Nebel, als ich aussteigen darf. Immer diese Kamikaze-Fahrer… Da muss mal jemand Ordnung im Laden machen. In fünf Jahren komme ich (UND DAS IST EINE DROHUNG!!!)

29.10.06 21:38

bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


lilly / Website (3.11.06 21:46)
wie wärs denn, wenn du deinen arsch mal wieder ins msn schieben würdest?

ich warte und warte und warte..

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